Was sind die Ursachen für Zahnverlust? Zahnlücken können durch eine Reihe verschiedener Ursachen bedingt sein.

Die häufigsten Gründe für Zahnlücken liegen immer noch in den bekannten „Volkskrankheiten“ – der Karies und der Zahnbetterkrankung (Parodontose).

Die Notwendigkeit der Versorgung von Zahnlücken ergibt sich aus den möglichen Folgen, die sich aus dem Zahnverlust ergeben. Ganz eindrucksvoll ist das wenn die Zahnlücke für die Umwelt sichtbar ist. Durch fehlende Frontzähne wird aber nicht nur die Ästhetik sondern auch das Sprachvermögen entscheidend beeinträchtigt. Schon ein einzelner fehlender Frontzahn im Oberkiefer führt zu erheblichen Sprachproblemen – geschweige, wenn gleich mehrere Zähne oder der gesamte Frontzahnbereich fehlen. Während im vorderen Bereich neben der Ästhetik und dem damit einhergehenden Wohlbefinden auch der Sprach- und Kaufunktion den Zähnen zukommt, wird im Backenzahnbereich die Kaufunktion im Vordergrund stehen. Der Volksweisheit „gut gekaut ist halb verdaut“ ist hier medizinisch begründet. Darüber hinaus ist medizinisch erwiesen, dass bei fehlenden Seitenzähnen insbesondere in unserer stressbetonten Gesellschaft und bei entsprechend vorbelasteten Patienten mit der für Stress allgemein typischen und auch vom Laien subjektiv nachvollziehbaren hohen Aktivität der Kaumuskulatur (Knirschen, Pressen) weitere krankhafte Veränderungen möglich sind.

Neben den eben beschriebenen, deutlich nachvollziehbaren Konsequenzen des Zahnverlustes gehen in der Regel auch weniger auffällige und vor allem durch den Zahnarzt feststellbare Konsequenzen von Zahnlücke einher. So kann es durch Zahnwanderungen der benachbarten Zähne wie auch der gegenüberliegenden Zähne zu einer Nischenbildung kommen, in die sich Nahrungsbestandteile einbeißen/-pressen, die dann wiederum sowohl der Karies wie auch der mehrfach angesprochenen Zahnbetterkrankung Vorschub leisten. Auch kann es dadurch zur Fehlbelastung / Überbelastung von Zähnen kommen, deren Auswirkungen letztlich genauso fatal sind, wie die für die durch eine Nichtversorgung einer Zahnlücke bedingte „Unterfunktion“ von Zähnen, bei denen der Zahnhalteapparat ähnlich wie bei einer nicht beanspruchten Muskulatur letztlich schwindet. 

Aus all diesen vorher genannten subjektiven und objektiven Gründen ist die Versorgung von Zahnlücken mit Zahnersatz grundsätzlich angezeigt. Es gibt nur sehr wenige Situationen bei fehlenden Zähnen im Seitenzahnbereich, in denen auch eine Nichtversorgung möglich ist. Allerdings sollten diese Patienten von ihrem Zahnarzt / ihrer Zahnärztin nicht nur gut aufgeklärt werden, sondern es sollte auch eine regelmäßige Kontrolle der Gebisssituation anhand von angefertigten Gipsmodellen durchgeführt werden.

Es gibt eine Vielzahl der Versorgungsmöglichkeiten mit Zahnersatz. Am besten unterscheidet man zwischen festsitzenden Zahnersatz (vom Patienten nicht zu entfernenden Kronen oder Brücken) und dem herausnehmbaren Zahnersatz (Prothesen, vom Patienten regelmäßig, täglich zu entfernen) unterscheiden. Für jede dieser beiden Gruppen gilt weiterhin, dass der Zahnersatz entweder zahngetragen/kiefergetragen(konventionell) oder mit Hilfe von Implantaten gehalten wird. Unter Implantaten verstehen wir künstliche Zahnwurzeln, die in den Knochen eingebracht werden und an denen dann der Zahnersatz  festsitzend oder herausnehmbar befestigt wird. Wegen der zunehmenden Bedeutung der zahnärztlichen Implantologie wird diese Thematik in einem gesonderten Abschnitt besprochen.

Für Kronen und in den meisten Fällen auch bei Brücken kann die gesamte Konstruktion unter Verzicht auf das Metall aus Keramik hergestellt werden, wodurch besonderen ästhetischen oder / und biologischen Anforderungen Rechnung getragen werden kann. Wir haben in unserer Praxis bereits vor über 15 Jahren damit angefangen und verfügen daher über entsprechende Erfahrungen mit Vollkeramik, meist mit Hilfe der CEREC-Technologie.

Unter herausnehmbarem Zahnersatz fassen wir neben der Totalprothese für den zahnlosen Kiefer und der mit an vorhandenen Restzähnen gehaltenen, einfachen Klammerprothese die mit sogenannten Modellgußklammern an Zähnen gehaltene Prothese zusammen. Solche Arten von Zahnersatz werden bei uns nur noch sehr selten angefertigt, sie sind meistens auch vermeidbar.

Für die mit Präzisionselementen gehaltene Prothese müssen einige – oder bei nur noch wenigen vorhandenen – alle Zähne überkront werden. Diese Kronen haben die Form eines dünnen Käppchens (Primärkrone, wobei hier Metall oder Keramik verwendet werden kann), über die dann eine sehr genau sitzende, zahnähnliche Krone(Sekundärkrone) aufgesetzt wird, an der wiederum die herausnehmbare Prothese befestigt ist. Wir sprechen bei dieser Art von Zahnersatz von sog. Doppelkronen- oder Teleskopprothesen, diese haben fast den Komfort einer festsitzenden Brücke und sind sehr, langlebig und jederzeit erweiterbar. Das bedeutet, im Falle einer weiteren Zahnverlustes muss nicht die ganze Prothese neu gefertigt, sondern nur repariert werden. Selbst Implantate könnte man nachträglich einfügen. Teleskopprothesen sind durch eine ausgezeichnete Ästhetik (weil keinerlei Klammern zu sehen sind) sowie durch einen sehr guten, festen Sitz / Halt gekennzeichnet. Durch den deutlich höheren zahnärztlichen und zahntechnischen Aufwand sind diese Zahnersatzarten verständlicherweise kostenaufwändiger.

Implantate

Für den Patienten ergeben sich  Verbesserung / Vorteile in drei Gruppen (Indikationen) zusammenfassen:

  1. Mit Hilfe von Implantaten kann herausnehmbarer Zahnersatz vermieden und festsitzender Zahnersatz ermöglicht werden
  2. Mit Hilfe von Implantaten kann vermieden werden, dass für die Befestigung des Zahnersatzes natürliche Zähne beschliffen oder vorhandene Kronen/Brücken neu angefertigt werden müssen
  3. Mit Hilfe von Implantaten kann bei herausnehmbarem Zahnersatz ein deutlich verbesserter Halt oder / und eine Verkleinerung des Zahnersatzes erzielt werden

Die gesundheitlichen Voraussetzungen betreffend sollte der allgemeinmedizinische Zustand  etwa so sein, dass auch einfache zahnärztlich chirurgische Eingriffe wie Zahnextraktionen möglich wären. Neben diesen allgemein medizinischen Aspekten müssen bestimmte zahnmedizinische  Voraussetzungen  gewährleistet   sein;  hierbei  dürfen  die  Hart-  und   Weichgewebe (Schleimhaut und Knochen) am Implantationsort nicht entzündet sein. Außerdem muss genügend Knochen vorliegen. Wird die letztgenannte Voraussetzung, ein ausreichendes Knochenangebot, nicht erfüllt, so lässt sich hier heute mit verschiedenen und sich im Aufwand unterscheidenden Methoden das Knochenangebot mehren. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass die Mehrzahl der Implantationen problemlos ambulant, d.h. ohne stationären Aufenthalt, durchgeführt werden kann.

Hinsichtlich der Risiken muss man zwischen allgemeinmedizinischen und  zahnmedizinischen unterscheiden. Die allgemeinmedizinischen Risiken sind bei der Implantation die gleichen, wie sie bei sonst üblichen zahnärztlich-chirurgischen Eingriffen zu berücksichtigen sind; im Zweifelsfalle ist hier nach Absprache mit dem Zahnarzt auch der Hausarzt zu befragen. Alle zahnmedizinischen Risiken werden in unserer Praxis dadurch minimiert, dass die Implantation ausschließlich von einem erfahren Chirurgen durchgeführt wird. Weiterhin werden die Implantate durch ein spezielles, 3D-Röntgenverfahren, der Digitalen Volumentomographie mit GALILEOS auf den Millimeter genau geplant. Es ist damit möglich, die spätere Versorgung mit dem Ersatz perfekt vorzubereiten.

Die Erfolgsaussichten von Implantatversorgungen sind ausgezeichnet, mit denen des konventionellen Zahnersatzes nicht nur vergleichbar und in einigen Bereichen diesen sogar deutlich überlegen sind. Hierbei werden Betrachtungszeiträume von zehn Jahren und mehr zugrunde gelegt. Zieht man die für den Patienten eingangs erwähnten Verbesserungen / Vorteile in die Betrachtung mit ein, so lässt sich festhalten, dass mit der zahnärztlichen Implantologie die Versorgung unserer Patienten entscheidend verbessert wurde. Allerdings lässt sich hierbei auch nicht verheimlichen, dass angesichts des höheren Aufwandes bei der „Hardware“ (Kosten für die Implantate, Zubehörteile und das chirurgische Instrumentarium) und für die „Software“ (höherer zahnmedizinischer und zahntechnischer Aufwand; Know-how) der finanzielle Gesamtaufwand für die Behandlung im Vergleich zur konventionellen Therapie mehr oder weniger deutlich erhöht ist.